Die Fahrt geht mitten durch Schleswig-Holstein, entlang an grünen Ufern und unter Eisenbahnhochbrücken hindurch, die wir mit unserer Mastspitze fast zu berühren scheinen. Zeit für Sie, es sich während dieser „Revierfahrt“ einfach an Deck oder im komfortablen Salon bequem zu machen, in der umfangreichen Bordbibliothek zu stöbern, ein Buch zu lesen, das Schiff zu erkunden und das leckere Essen aus der Bordküche zu genießen.
Zum Genießen: Revierfahrt durch den NOK
Nach fast 100 Kilometern erreichen wir die östlichen Kanalschleusen und gleich dahinter die Kieler Förde. Das Anlegen in den Schleusenkammern ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Rund 40.000 Schiffe passieren pro Jahr die Ausfahrten des Nord-Ostsee-Kanals (NOK), der im internationalen Sprachgebrauch der Seeleute auch „Kiel Canal“ genannt wird – Schiffsliebhaber dürfen sich auf zahlreiche Foto-Gelegenheiten freuen.. Eröffnet wurde der Kanal im Jahr 1895 durch Wilhelm II. – die Baukosten wurden später durch eine vom Kaiser eingeführte Schaumweinsteuer aufgebracht.
Ein Zwischenstopp ist am Kieler Tiessenkai möglich. Beim kurzen Spaziergang zum kleinen Holtenauer Leuchtturm schnuppern Sie dort nostalgisches Hafenambiente – alte Frachtsegler und Schoner liegen hier häufig am Kai und sorgen für maritimes Flair.
Segel hoch! auf der Kieler Förde
Die Passage durch den Nord-Ostsee-Kanal wird aus Sicherheitsgründen in der Regel komplett unter Maschine und ohne gesetzte Segel gefahren. Auf der Elbe zwischen Hamburg und Brunsbüttel ist es ggf. möglich, das eine oder andere Segel zu setzen. Auf der nun folgenden Etappe unseres Kurztörns wollen wir das Schiff unter Segeln erleben! Vorbei am grün-weißen Leuchtturm Friedrichsort, sehen wir an unserer Steuerbordseite bald das Marine-Ehrenmal von Laboe, gleich daneben entdecken wir das ehemalige U-Boot U 995, das aus dieser Perspektive besonders eindrucksvoll auf dem Strand thront. Am gegenüber liegenden Ufer der Förde erkennen wir die Silhouette des Olympiazentrums Schilksee – hier brannte während der Spiele von 1972 das olympische Feuer. Bald darauf erreichen wir auf Höhe von Kiel-Leuchtturm die offene Ostsee.
Bald überqueren wir die unsichtbare deutsch-dänische Seegrenze und finden im Schutzhafen von Sønderborg auf der Insel Als einen Liegeplatz für die Nacht. Haupt-Anziehungspunkt ist das Schloss mit seinem Park, das sich in Sichtweite unseres Anlegers befindet. Lohnenswert ist auch ein Bummel durch die Altstadt in ihrer typisch-dänischen Beschaulichkeit und entlang der Hafenzeile mit historischen Kaufmannshäusern.
Als mögliche Alternative zur Übernachtung im Hafen können wir auch einen geschützten Ankerplatz, beispielsweise in der Bucht Hørup Hav, aufsuchen – eine Nacht vor Anker ist immer ein besonderes Ereignis.
„Farewell“ in Flensburg
Durch die Flensburger Außenförde, vorbei an der Halbinsel Holnis und den dänischen Ochseninseln, tasten wir uns gemütlich an unser Reiseziel heran: Entlang der grünen Ufer der Flensburger Förde kreuzen wir hinein ins maritime Stadtzentrum von Flensburg. Als Höhepunkt des letzten Seetages steht unser traditionelles „Captain’s Dinner“ auf dem Programm – ein Törnabschluss in gemütlicher Runde!
Nach dem leckeren Frühstück am nächsten Morgen verabschieden Sie sich zum Ende dieses Frühjahrs-Törns von unserer Crew und Ihren Mitreisenden. Mit einem Seesack voller Erinnerungen gehen Sie von Bord. Abwechslungsreiche Tage auf der Elbe, dem NOK und der Ostsee liegen nun hinter Ihnen.